Warnung: Die Betrugsmasche mit angeblichen „Produkt-Optimierungen“ & Fake-Bewertungen (Task Scam)

Unter dem Deckmantel legaler PR- und Online-Marketing-Agenturen breitet sich derzeit eine neue Betrugsmasche aus: Betroffene werden dazu verleitet, gegen eine versprochene Provision angebliche Produktbewertungen oder Testkäufe auf bekannten E-Commerce-Plattformen durchzuführen. Was als einfacher Heimarbeit-Job oder lukratives Nebeneinkommen beginnt, endet in einer existenzbedrohenden Nachschuss-Falle.

Wenn Ihnen die folgenden Abläufe bekannt vorkommen, wurden Sie höchstwahrscheinlich Opfer genau dieser Masche:

1. Das Geschäftsmodell: Gefälschte „Datensätze“ & Testkäufe

Die Betrüger locken Anleger über soziale Medien, Messengerdienste oder Jobangebote auf eigens erstellte Webportale.

  • Die Täter behaupten, für große Handelsplattformen (wie Amazon, E-Bay etc.) Bewertungen und Kauf-Volumen zu generieren.

  • Der Nutzer soll auf der Plattform vorgegebene „Datensätze“ abarbeiten. Durch Klicks lösen die Anleger scheinbare Käufe aus, die angeblich der Plattform zu guten Kundenbewertungen verhelfen sollen.

  • Um diese Käufe freizuschalten, muss der Nutzer Geld – meist in Form von Kryptowährungen wie dem US-Dollar-Stablecoin USDT – auf die Plattform einzahlen.

2. Vertrauensaufbau durch erste Auszahlungen & Messenger-Gruppen

  • Scheinbare Abwicklung: Das eingezahlte Geld wird zusammen mit einer attraktiven Provision (Kommission) auf das virtuelle Konto des Nutzers auf der Plattform zurückgebucht.

  • Messenger-Gruppen: In geschlossenen WhatsApp- oder Telegram-Gruppen tauschen sich die Opfer mit vermeintlich anderen erfolgreichen Nutzern aus. In Wahrheit handelt es sich bei diesen Gruppenmitgliedern meist um Komplizen der Täter, die Erfolge vortäuschen.

  • Köder-Auszahlung: Zu Beginn funktioniert das System einwandfrei. Mindestens eine kleinere Auszahlung des Guthabens samt Provision auf das eigene Konto gelingt problemlos, um Vertrauen aufzubauen.

3. Die Nachschuss-Falle & exponentielle Forderungen

In einem konkreten Fall war das System so programmiert, dass es in Stufen ablief (z. B. müssen 20 Aufgaben oder Datensätze erledigt werden).

  • Blockierte Auszahlung: Das gesammelte Guthaben samt Gewinn kann erst wieder ausbezahlt werden, wenn ein vollständiges Paket an Transaktionen abgeschlossen ist.

  • Plötzlicher Anstieg: Ab einer bestimmten Stufe (z. B. kurz vor dem Ziel) steigen die einzuzahlenden Beträge für die nächsten Aufgaben unerwartet und exponentiell an.

  • Um die geforderte Auszahlungsschwelle zu erreichen, müsste das Opfer plötzlich Unsummen oder Beträge im sechsstelligen Bereich einzahlen – weit mehr, als ihm je zur Verfügung stehen.

4. Die Erpressungs-Taktik

Die Täter weigern sich strikt, das bisher eingezahlte Eigenkapital oder die erzielten Gewinne freizugeben, solange das Aufgaben-Paket nicht vollständig abgearbeitet ist. Da das Opfer die unbezahlbaren Beträge für die letzten Schritte nicht mehr aufbringen kann, drohen die Betrüger mit dem Verfall des gesamten bisherigen Guthabens. Das eingezahlte Geld bleibt auf unbestimmte Zeit blockiert.

Was Sie tun sollten, wenn Sie betroffen sind:

  • Sofortige Zahlungseinstellung: Zahlen Sie unter keinen Umständen weiteres Geld ein, um geforderte Schwellen oder Aufgaben freizuschalten.

  • Beweismittel sichern: Fertigen Sie Screenshots von der Plattform, Ihrem Konto-Dashboard, dem Transaktionsverlauf sowie sämtlichen WhatsApp-Chats und Telefonnummern an.

  • Strafanzeige erstatten: Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei oder lassen Sie über einen Rechtsanwalt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft bzw. der Cybercrime-Kompetenzstelle einreichen.


Im Verdachtsfall erstatten Sie daher Anzeige und übermitteln mir eine Kopie für eine unverbindliche Ersteinschätzung.